Vita
Alles begann an einem Tag wie heute….
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Am 28.03.1978 erblickte ich das Licht der Welt. Es muss wunderbar gewesen sein. Im selben Jahr wurde in England das erste Retortenbaby geboren, womit ich aber nichts zu tun habe.
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Meine Einschulung war im Jahr 1984. Ich bekam Papier in die Hand und begann mich mit dem Stift anzufreunden. Wenn ich schreiben sollte, dann habe ich gezeichnet und wenn ich schrieb, dann habe ich gleich alles wieder uebermalt.
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Trotzdem waren alle sehr stolz auf mich und ich bekam 1994Â den ersehnten, natuerlich hervorragenden Schulabschluss der Klasse 10.
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Obwohl der folgende Lebensabschnitt in meiner Zeichnerbiografie nicht besonders glaenzt, moechte ich meine Berufsausbildung zum
Schauwerbegestalter nicht verheimlichen. Immerhin waren die 3 Jahre zwischen 1994 und 1997 recht lustig, denn dabei wurde ich mir meiner kuenstlerischen Anziehungskraft zum ersten Mal richtig bewusst.
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Waehrend dieser Zeit habe ich begriffen, dass ich fuer Hoeheres bestimmt bin und daher war es fuer mich ein Leichtes, diesen Ort der leblosen Leiber zu verlassen. So konnte ich mich nun auf ein echtes Ziel vorbereiten - das Studium der Freien Kuenste.
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So schnell ging es dann doch nicht, denn der staatlich geforderte Weg des Zivildienstes musste noch gegangen werden. 1997 platzierte ich mich mit aller gebotenen Naechstenliebe fuer ein Jahr in einem Behindertenheim. Dort lernte ich, wie anders und doch gleichartig die Anderen sind. Diese Weisheit vertrieb endgueltig eine Urangst aus meiner Seele, die Angst vor dem Neuen und Fremden in der grossen weiten Welt.
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So begab ich mich 1998 nach Weimar an die Bauhaus Universitaet um mein Studium der -Freien Kunst- aufzunehmen. Die von Henry van de Velde entworfene Schule wurde 1919 von Walter Gropius uebernommen, der das ganze in -staatliches Bauhaus Weimar- umtaufte. Jedoch habe ich in meiner Zeit keinen von beiden dort angetroffen.
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Schwer von den franzoesischen Zeichnern der 80er Jahre inspiriert, begann ich in den ersten Semestern meines Studiums, einige wirkungsvolle Phantasmen zu zeichnen.
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2000, waehrend eines Gastsemesters an der FH fuer Illustration Hamburg, zeichnete ich eine Comicadaption der Kurzgeschichte -Die Aufzeichnungen des Traumweltreisenden Max Muto- nach einer Geschichte von Michael Ende. Fuer die kuenstlerische Betreuung an diesem Projekt, stand mir Prof. Anke Feuchtenberger sehr hilfreich zur Seite.
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Im Jahr 2001 bestieg ich mit meiner Kuenstlerkollegin Katja Hennig die Berliner U-Bahn und sammelte erfundene Geschichten ueber die flukturierenden Fahrgaeste. Diese packten wir anschliessend als Schnittmuster in ein Comic und druckten es auf ein 10 m langes Stoffband.
Und durch das Geschick meiner Partnerin konnte man das Ganze nicht nur lesen, sondern auch ausschneiden, naehen und als ordentlich passende Jacke tragen.
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Sommer 2002, es war traumhaftes Wetter, die Wogen standen still und nichts schien wichtiger zu sein als die Geburt meines Sohnes Milo.Â
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Den kroenenden Abschluss meines Studiums absolvierte ich im Jahr 2004, mit der Arbeit Baggerphantasien . Ich interviewte ehemalige Bediener von Tagebaugrossgeraeten (also Riesen Riesen Bagger) und fuegte die Schluesselaussagen als Sprechblasen in die 2 x 3 m grossen Eddingzeichnungen ein. Damit hatte ich nun meine aufregende Studienzeit erfolgreich beendet.
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Frohen Mutes und mit glaenzenden Aussichten siedelte ich mich 2004 in der jungen Metropole Leipzig an und streckte alsbald meine Stifttentakel in die verschiedensten, zeichnerisch anspruchsvollen Richtungen aus.
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Gleich zu Beginn meiner neuen Freiheit, flogen schon wieder die Blaetter. Ich zeichnete fuer ein weltmeisterlich euphorisiertes Fussballsammelkarten-Projekt 500 Spielerkarikaturen. Was aber leider nicht ausreichte, um den ersehnten Meistertitel zu holen.
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Zum Glueck trat im Anschluss gleich Olaf in mein Leben. Die Lockerheit, mit der ich dieses Heldenthema noch immer bearbeite, hilft mir meinen kreativen Geist von routinierten Handlungen zu befreien, um mit einem frischen Kopf in neue Projekte zu gehen. Olaf ist ein durchschnittlicher, einsamer und etwas schwammiger Typ. Er fand im Haus seiner verstorbenen Eltern ein Batmankostuem in einer alten Kiste. Er beschliesst, es von nun an zu tragen und ein Held zu werden.
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Einen anderen Schwerpunkt setzte ich in dem Gebiet der schnellen und gezielten Beobachtung: die zeichnerische Dokumentation. Beauftragt durch das Architekturbuero -diekollegen- begab ich mich auf verschiedenste Baustellen und zeichnete den fortwaehrenden Bauprozess. Wobei die Taetigkeit der unermuedlich schaffenden Alltagshelden im Mittelpunkt der Arbeit stand. Das Moertel-transportierende Subjekt Mensch soll dem starren Bauprozess eine emotionale Dynamik in den Zeichnungen verleihen, was dem Betrachter einen fuehlbaren Zugang zum Geschehen auf der Baustelle eroeffnet.
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Das zeitliche, raeumliche Denken und Erfassen, trainiere ich durch das Zeichnen von Storyboards. Dieses, am bewegten Bild orientierte Szenengefuehl bestimmt meine Arbeit in allen Bereichen meiner zeichnerischen Erzaehlformen.
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Zwischendurch greife ich gern zum digitalen Stift und erarbeite verschiedenste Grafiken fuer Flash basierte Bewegtbilder.
Verschiedene Programmierer haben diese zu Filmen oder Videos verarbeitet.
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Eimaerman der sagenhafte Held aus Knutnauendorf. Ebenso wie Olaf ist auch Eimaerman kein gebuertiger Held, doch mit dem eindeutigen Vorteil einer beglaubigten, kleinen geistigen Beschraenkung, die sein kostuemiertes Auftreten innerhalb der Dorfgemeinschaft legitimiert und ihm eine individuelle Persoenlichkeitsentfaltung ermoeglicht. Eimaerman ist ein Comic, dass ich zwischen 2007 und 2008 gezeichnet habe.
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Eines der letzten grafischen monumentalen Aktionen war das Zeichnen eines Hochzeitscomics im Juni 2008. Gemeinsam mit dem Kuenstler Daniel Windisch. Mit der winzigen Besonderheit, dass wir ueber den ganzen Tag die Hochzeitsgesellschaft mit einer 1,70×3m grossen Leindwand unterm Arm begleiteten und das Geschehen live und unter gebuehrendem Applaus in ein Comic verwandelten.
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Mittlerweile bin ich schwer mit dem Visualisieren beschäftigt…
Immer muss etwas dargestellt werden und dass möglichst Eindrucksvoll. Die einen wollen Motive direkt aus ihrem Alltag gegriffen, und andere hätten gern etwas das schöner ist als die Wirklichkeit. Logisch, da würde ich mich auch an mich wenden.
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Und hier beende ich nun vorerst meine bunte Lebensbeschreibung.
Wie es weiter geht, werden wir ja sehen…
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matthias seifert ,2008
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